Rubiner schreibt an Busoni über die Bearbeitung des Dramas "Die Gewaltlosen" während des Schweizer Exils und des Berliner Aufenthalts:

Rubiner scrive a Busoni riguardo all'elaborazione del dramma "I non violenti" durante l'esilio svizzero e il soggiorno berlinese:



Muralto-Locarno Villa Rossa 19. Febr. 1918. Sehr lieber! Voller Freude über Ihren spontanen Brief, wo wir plaudern, und sie (Sie?) andeuten ... . Ich bin übrigens sehr viel in Kontakt mit Ihnen, unterhalte mich viel mit Ihnen, und oft berate ich mich auch. In den letzten Wochen war dies sehr stark. Ich stehe momentan inmitten dichterischer Produktion. Gestern früh kam Ihr Freundesbrief, in der Nacht darauf war endlich der I. Akt [m]eines Dramas fertig geworden. Der zweite beginnt morgen früh. Dieses Drama ist nun allerdings kein Herbstveilchen, doch auch keine Trilogie. Es geschehen Wunder, eins nach dem andern - aber: ohne Apparate. Ja sogar ohne Dekorationen. Der Zuschauer, der Dekorationen sehen will, muss sie sich selbst mitbringen. Es ist Phantasie - Arbeit. Sie können sich denken, wieviel ich mit Ihnen mich besprochen habe. Mir ist auch eines klar geworden: Dekorationen und Ausstattung gehören zur Oper, auch Apparate, Accessorien etc. Dort sind sie aber nötig, gerade wie die Musik dort nötig ist. Im Drama sind sie aber Schwindel, freilich sind im Drama auch Samtvorhänge und sonstiger Kunstgewerbekitsch Schwindel. Ich bin auf das Einfachste zurückgegangen, nämlich auf die Raum-Einteilung der Bühne. Dazu noch ein unglaublich einfaches technisches Verfahren, das einfachste von allen, an das die Leute urseltsamerweise meistens nicht denken. Nun geht aber dichterische Produktion bei mir so vor, dass ich erst die specifische Musik der Personen oder der Situation (bis ins Gedicht hinein) höre. Ich meine wirkliche Musik, nicht das allgemein musikalische Ambiente. Diese Musik kondensiere ich solange, bis von ihr nichts übrig bleibt (das klingt komisch, aber sie verstehen mich), bis sie in meinem Bewusstsein umschlägt als pure Sprache, und zwar aussermusikalische Sprache, unkomponierbare Sprache, begrifflich gewordene. Anders kann ich mir die Ehrlichkeit des Dichters nicht denken; geht er weniger stark vor, so bleibt er Librettist. Warum ich so viel von mir erzähle? Weil mir Ihr Brief das alles herausgelockt hat. - Einen der grössten Ansporne zur Arbeit hatte ich durch die beiden Klavierauszüge, die ständig auf dem Tisch mir vor Augen liegen. Dann, Nachts, wenn ich im Bett Scenen überdachte, die Erinnerung an innere Leichtigkeit, Überwindung von erstaunlichen Schwierigkeiten vor allem durch Turandot, (um die man sich viel zu wenig kümmert), z.[um] B.[eispiel] durch die Rätselmusik. Am stärksten zur Allgemeingültigkeit und neuer, überzeugend-persönlicher, doch einfachster, notwendig internationaler Opernlyrik ist für mich Turandots: „Sein Tod ist auch mein Tod„. Fabelhaft, wie das durch die Welt gehen wird! Ich weiss das. Diese sind meine Stimmungskomponenten, die mich ständig frisch halten, auf Spaziergängen Kalafs: „Peking, Stadt der Wunder!“ - Und alles das bringt bei mir ein Werk hervor, das so unendlich unsingbar, so gesprochen, so abstrakt ist, dass ich es zu meinen Lebzeiten gewiss auf keiner Bühne sehen werde. (Bei Ihnen fragte mich Jarnach einmal: „Vous écrivez aussi pour la scène?“ „Aussi“ antwortete ich.) Ach ja, noch eins: „Meine Gestalten sind weder griechisch noch biblisch. Aber das dachten Sie sich wohl! So“. ----- Tage: Huber sah und sprach ich zweimal je 30 Sekunden lang. Ich kenne ihn zuwenig nach diesen umfangreichen Unterhaltungen. Er scheint mit den furchtbaren Idioten eben zusammenzusitzen, denen ich aus dem Wege gehe. Aber vielleicht tue ich bitter Unrecht. Zweygberg hat bis jetzt noch keine neuen Seiten gezeigt. Trotz komplett blöder Bauernarbeit im Garten, die er täglich stundenlang verrichtet, sieht er genau so unzufrieden, nervös und unsicher hier aus, wie in Zürich. Übrigens habe ich meine besonderen Gedanken über ihn, und vermute, dass er an einem psychischen Defekt leidet, über den er sich selbst ganz im Unklaren ist. Übrigens liebt er wohl auch die Unklarheit. Locarno ist ein Ort von unglaublichster Unglaublichkeit. Es soll doch mal ein tolles, lasterhaftes und orgienhaftes Abenteuerleben hier geführt worden sein? (Vergl.[eichen] Hauffs „Bettelweib von Locarno“). - Dies beschränkt sich heute auf den Kropf der Saaltochter im einzigen Café des Ortes. In diesem Café, wie auch überall anderswo, wanken in Massen teils vegetarische, teils theosophisch, teils einfach und unverkleidet alldeutsche Greise umher. Locarno, glaube ich, ist heute wohl noch der einzige, der letzte Ort der Welt, wo man den Unterseebootskrieg, die Annexionen, den Krieg überhaupt in Ordnung findet. Die Tessiner sind offenbar eigentümliche Leute. Sie sind nämlich nicht da. Sie sind von den diesbezüglichen alldeutschen Damen und Herren vollständig an die (Berg-) Wand gequetscht; ich glaube, sie helfen nur noch beim Blankputzen des Lago. ---- Eine Entdeckung, die aber Sie gewiss längst, längst gemacht haben: Balzacs „Contes philosophiques“. Das Unglaublichste, was ich je an novellistischer Güte, Phantasie und Verwirklichungskraft gelesen habe. Der berühmte Mérimée wirkt daneben wie eine Schlafrock-Antike. Das Buch hat eine Novelle nach der andern, die Funde für gute Opernkomponisten mit Erfindung sind. Nur eine einzige Novelle eignet sich gar nicht für die Bühne und noch weniger für die Oper; es ist „Colonel Chabert“, und vermutlich gerade wegen ihrer völligen Scenenfremdheit hat Herr von Waltershausen eine (mir übrigens unbekannte) Oper daraus gemacht. Mit phantastischer Treffsicherheit daneben. Ich verstehs nicht. ---- Kennen Sie dieses herrliche[s] Buch? Wenn nicht, möchte ich es Ihnen gerne schicken. Mit Schmerzen erwarte ich auch den Tolstoi Band, der für Sie bestimmt ist. ---- Wen ich hier sehe? Niemanden. Ich wohne bei einer alten, mumienhaften aber reizenden italienischen Dame, sehe täglich je eine halbe Stunde zwei ältliche Tessinerinnen, spicke diese drei mit meinem Italienisch und komme mir mit meinen Höflichkeiten wie eine Figur bei einem Provinz-Goldoni vor. Und darf ich nun Frau Gerda die Hand küssen. Und Sie umarmen! Ihr Ludwig Rubiner.

Muralto-Locarno Villa Rossa 19 febbr. 1918. Carissimo! Pieno di gioia per la Sua lettera spontanea dove facciamo due chiacchiere e Lei (?) allude ... . Del resto sono in assiduo contatto con Lei, parlo e mi consulto anche molto spesso con Lei. Soprattutto nelle ultime settimane. Al momento sono immerso nella produzione poetica. Ieri mattina è arrivata la Sua lettera amica, nella notte il 1° atto del [m]io dramma era finalmente terminato. Il secondo inizia domani mattina. Questo dramma non è però una violetta d'autunno e nemmeno una trilogia. Succedono miracoli, uno dopo l'altro - ma: senza apparati. Sì perfino senza decorazioni. Lo spettatore che voglia vedere le decorazioni, deve portarsele. È lavoro di fantasia. Si può immaginare quanto abbia significato per me essermi consultato con Lei. Una cosa mi è chiara: le decorazioni e l'allestimento fanno parte dell'opera, anche gli apparati, accessori ecc... . Lì sono necessari, proprio come è necessaria la musica. Ma nel dramma sono un'illusione, certo anche le tende di velluto e l'altro kitsch delle arti decorative nel dramma sono un'illusione. Mi sono limitato all'essenziale, cioè alla suddivisione dello spazio scenico. Per di più un procedimento tecnico incredibilmente semplice, il più semplice di tutti, a cui la gente, cosa molto strana, di solito non pensa. Della mia produzione poetica, pertanto, sono portato a sentire dapprima la musica specifica dei personaggi o della situazione (fin dentro la poesia). Intendo proprio la musica, non l'ambiente generalmente musicale. E la musica, la condenso fino a quando non ne resta più niente (sembra strano, ma Lei mi può capire), fino a quando non si trasmuta nella mia mente in lingua pura, cioè in lingua extra musicale, in lingua non componibile, diventata concettuale. Altrimenti non riesco a spiegarmi l'onestà del poeta; se procede più cautamente, allora continua a essere un librettista. Perché racconto tanto di me? Perché la Sua lettera mi tirato fuori tutto questo. I due spartiti sono sempre sul tavolo, davanti a me, e sono stati un forte stimolo al lavoro. Poi, di notte quando sono a letto, ripenso alle scene, il ricordo va alla leggerezza interiore, al superamento di difficoltà insormontabili soprattutto tramite la Turandot (di cui ci si occupa troppo poco), per es. tramite la musica degli enigmi. Un esempio nuovo di lirica d'opera di portata universale, persuasiva, personale, ma facilissima e necessariamente internazionale, è per me il passo della Turandot: "la sua morte è anche la mia morte". Favoloso, come si diffonderà nel mondo! Lo so. Questi sono i momenti che mi tengono sempre di buon umore nelle passeggiate per la "Pechino" di Calaf, "città delle meraviglie!" E tutto questo mi evoca un'opera infinitamente non cantabile, così declamata, così astratta, che sicuramente non vedrò mai su nessuna scena finché sarò vivo. (Un giorno a casa Sua Jarnach mi chiese: "vous écrivez aussi pour la scène?" "Aussi", fu la mia risposta.) Ah già, ancora una cosa: "i miei personaggi non sono né greci né biblici. Ma se lo immaginerà! Così." Giorni: Ho visto Huber, abbiamo parlato due volte per trenta secondi. Lo conosco troppo poco, dopo queste lunghe conversazioni. Si fa vedere insieme a degli idioti terribili che io evito. Ma forse ho torto marcio. Zweygberg non ha mostrato finora niente di nuovo di sé. Sebbene passi ore, tutti i giorni, a svolgere uno stupidissimo lavoro di giardinaggio, qui ha la stessa aria insoddisfatta, è nervoso e insicuro come a Zurigo. Del resto, mi sono fatto la mia idea personale su di lui, e credo che abbia un problema psicologico di cui lui stesso non è cosciente. Ma è anche ciò che gli piace alla fine. Locarno è un luogo della più incredibile incredibilità. Ma la bella vita avventurosa, dissoluta e orgiastica, che vi si conduceva un tempo? (cfr. "La mendicante di Locarno" di Hauff). Oggi si limita al gozzo della cameriera nell'unico caffè del posto. In questo caffè, come anche altrove, si aggirano barcollanti in massa vecchi pantedeschi in parte vegetariani, in parte teosofici, in parte semplici e svestiti. Locarno, credo, oggi è rimasto l'unico, l'ultimo luogo al mondo dove si trovano giuste la guerra sottomarina, le annessioni, la guerra in genere. I Ticinesi sono a quanto pare gente strana. Infatti non ci sono. Sono completamente schiacciati alla parete (montana) dalle signore e dai signori pantedeschi al riguardo; credo che siano ancora di una qualche utilità solo per lucidare il lago. Una scoperta che sicuramente Lei ha già fatto da molto, molto tempo: i "racconti filosofici" di Balzac. La cosa più incredibile che abbia mai letto in merito a bontà novellistica, fantasia e forza di realizzazione. Il famoso Mérimée sembra al confronto un'antichità in vestaglia. Il libro contiene una novella dopo l'altra, reperti per abili compositori di opera con talento inventivo. Un racconto solo non si adatta alla scena, e ancor meno all'opera; è il "Colonnello Chabert", e forse per la sua potenziale estraneità scenica il signor von Waltershausen ne ha ricavato un'opera (che però non conosco). Con precisione di tiro fantastica per di più. Non lo capisco. Conosce questo spledido libro? Se no, vorrei spedirglielo. Attendo con dolore anche il volume di Tolstoi a Lei destinato. Con chi mi vedo qui? Con nessuno. Alloggio presso un'anziana signora italiana, dall'aspetto di mummia, ma incantevole, ogni giorno mi incontro una mezz'oretta con due ticinesi piuttosto attempate, le imbelletto tutte e tre con il mio italiano e, con i miei modi cortesi, mi sembra di essere un personaggio di Goldoni di provincia. E ora mi permetto di baciare la mano alla signora Gerda. E di abbracciarLa! Il Suo Ludwig Rubiner. (la traduzione è mia)

Rubiner verwechselt Kleists "Das Bettelweib von Locarno" mit Hauffs "Die Bettlerin vom Pont des Arts".

Rubiner confonde "La mendicante di Locarno" di Kleist con "La mendicante del ponte delle arti" di Hauff.

Muralto-Locarno Villa Rossa 27. März 1918. Lieber Verehrter! (...) Freitag d.[er] 29. März (...) Ich selbst stelle heute die höchsten Anforderungen an meine Arbeit. Sie geht weiter. An den komischen Stellen am schwersten. Mit grosser Bitterkeit erfüllt mich, dass ich die Zeit zur Fertigstellung zu kurz angesetzt hatte. Ich dachte Ende März mit dem Ganzen fertig zu sein, und dabei bin ich heute noch nicht mit dem II. Akt fertig, wenn ich mich auch seinem Ende nähere. Ich bin aber so in der Arbeit, dass ich einen Vortrag, den ich am 6. April in Zürich halten sollte, deswegen abgesagt habe. – Ich zittre eben heute nur vor dem einen: Dass mir etwas passiert, ehe ich fertig werde. Ihren Rat, die Ausarbeitung der projektierten Operndichtung, von der ich Ihnen schrieb, auf spätere Jahre aufzuschieben, nahm ich zuerst mit Verblüffung auf. Einige Tage später wurde mir aber klar, dass Sie völlig recht hatten, dass Sie mir geraten hatten aus tiefer Kenntnis der menschlichen Natur heraus, und aus einer ganz besonderen, ungewöhnlich tiefen und genauen Kenntnis meiner speciellen Geistesverfassung. Es giebt nun wirklich in der Welt keinen Menschen, der mich so gut und genau kennt wie Sie, und keinen einzigen, der mir mit solcher Geduld, solchem menschlichen Interesse und solcher Liebe Ratschläge gegeben hat wie Sie. Jedes Mal, wenn ich Ihren Rat befolgte, ist mir das gut ausgeschlagen. So hat auch diesmal schon das Nachdenken über Ihre Worte betr.[effend] der Operndichtung mich von irgendwoher mit einer gewissen Freude erfüllt, die mir dann zu der Arbeit an der momentan schwersten Stelle meiner Arbeit verholfen hat. ------- Nun ist Locarno für diese Tage des Andranges von Menschen wirklich etwas klein. Indessen soll es üblich sein, dass bald nach Ostern die meisten Leute wieder verschwinden und nur die Kranken, Ruhebedürftigen und Arbeitslustigen übrig bleiben, also die von denen man nicht viel sieht. ------ „Der Mensch“, schrieben Sie mir neulich, „ist dumm und schlecht“. Nur, solange die eine Partei oder die andere siegt, mir brutaler, gemeiner Blutgewalt, mit Gift und mit niederträchtiger List. Dante hat mich auch hier aufgerichtet, und ich weiss von ihm, was ich von mir schon lange wusste, dass der Mensch von Gott abstammt, und nicht von naturwissenschaftlichen Zellen oder von Giftgasen. Ich acceptiere aber völlig Ihr Wort, mit einem kleinen Zusatz: Der Mensch ist heute dumm und schlecht. Folglich ist er verpflichtet morgen weise und heilig zu werden. ---- Ich glaube nicht an eine „Entwicklung“, noch weniger an eine „Entwicklung zum Bessern“ und erst recht nicht an einen „Fortschritt“. Ich glaube aber, dass es gute und böse Zeiten giebt, materielle und geistige Strömungen. Auf den Erfolg, à la Wertheim = Rathenau, kommt es garnicht an! Sondern nur auf das, was man für wahr erkannt hat. Z.[um] B.[eispiel] ist es gut, dass sich einmal das Urchristentum gebildet hat; die heutige Zeit ist kein Beweis dagegen, da wir ja keine Herzensverkäufer sind, sondern beweist nur, dass sich wieder eins wird bilden müssen. Ebenso bin ich sicher, dass Christus wiederkommen muss, vielleicht sogar in mehreren Gestalten und mehreren Verkörperungen gleichzeitig. ----- Genau so, wie man im vorigen Jahrhundert Dantes Paradiso für langweilig und das sog.[enannte] Böse für „interessant“ gehalten hat, genau so wird man bald alle diese Herrschaften vom Bösen und der Materie als herzlich dumm und grausam langweilig erkennen, und mit einem fröhlichen Oster = Wiedergeburts = Gelächter aus dem Gedächtnis der Welt lachen! In Freundschaft mit einer herzlichen Umarmung Ihr Ludwig Rubiner. Zusatz: Ich wage kaum, Ihnen den Vorschlag zu machen. Aber es wäre Ihnen nicht nur wohl, sondern auch im höchsten Grade schön, wenn Sie - zu einer Zeit, wo der Schwarm sich verlaufen hat – nach Locarno kämen. Für Sie eine Erholung höchsten Grades, für andere eine Freude. Und Frau Gerda würde hier in dem gleichmässigen Klima in wenigen Wochen ihren Rheumatismus los werden! Wär das nicht vernünftig und schön? Ihr L.R. Noch eins. Dieses Buch lege ich dazu, in der Erwartung, dass es Ihnen einige heitere Stunden verschaffen wird, so wie es sie mir verschaffte. Der einzige Fall in der Literatur, in der ich die „Unwirklichkeit“ derb zupackend am Werk sah.

Muralto-Locarno Villa Rossa 27 Marzo 1918. Caro stimato! (...) Venerdì, 29 marzo. (...) Oggi pretendo troppo dal mio lavoro. Procede. Nelle parti fantastiche con difficoltà. Sono amareggiato perché ho sottovalutato il tempo necessario per terminarlo. Pensavo di finire alla fine di marzo, mentre ancor oggi non ho concluso il 2° atto, anche se s'incomincia a intravedere il finale. Sono così immerso nel lavoro da essere costretto a disdire una conferenza che dovevo tenere a Zurigo il 6 aprile. Tremo solo al pensiero che mi succeda qualcosa prima di finire. Dapprima mi ha stupito il Suo consiglio di rinviare ai prossimi anni l'elaborazione del progetto dell'opera poetica di cui Le ho scritto. Alcuni giorni dopo, però, mi sono reso conto che aveva proprio ragione, che il Suo suggerimento era dettato da una profonda conoscenza, sia della natura umana sia del mio particolare stato mentale, a Lei straordinariamente manifesto. Non c'è nessuno al mondo che mi conosca così bene come Lei, e nessun altro che mi abbia saputo consigliare con tanta pazienza, tanto interessamento umano e tanto amore come Lei. Ogni qualvolta che li seguo, mi va bene. E anche adesso, riflettendo sulle Sue parole circa l'opera poetica, mi sono sentito invaso da una gioia intensa proveniente da non so dove, che mi ha aiutato nel momento più difficile del lavoro. In questi giorni di afflusso di gente, Locarno è veramente troppo piccola. Ma la maggior parte della gente, come sempre, appena dopo Pasqua se ne va via e restano solo i malati, i bisognosi di riposo e i desiderosi di lavorare, cioè coloro che non si fanno vedere molto. "L'uomo", mi ha scritto di recente, "è stupido e cattivo". Sì, fintantoché vince un partito o l'altro, ricorrendo alla violenza sanguigna, brutale, abietta, al veleno e a ignobili stratagemmi. Dante mi è stato di gran conforto a questo riguardo, e grazie a lui sono venuto a sapere ciò che sapevo già da tempo, che l'uomo deriva da Dio e non dalle cellule scientifiche o da gas tossici. Ma faccio mio quello che Lei afferma, con una piccola postilla: l'uomo è oggi stupido e cattivo, ma domani sarà tenuto a diventare saggio e sacro. Non credo a uno "sviluppo", tanto meno a uno "sviluppo in meglio" e meno che mai a un "progresso". Credo, però, che ci siano buoni e cattivi tempi, correnti materiali e spirituali. Non si tratta per niente di un successo alla Wertheimer=Rathenau! Ma solo da ciò che si è riconosciuto come buono e vero. Per es. la nascita del cristianesimo delle origini; l'era odierna non costituisce una prova contro il fatto che non siamo venditori di cuori, ma testimonia senz'altro che un cuore dovrà riprendere forma. Sono altresì sicuro che Cristo ritornerà, magari in forme e incarnazioni diverse al tempo stesso. Così come, nel secolo scorso, si consideravano il paradiso dantesco noioso e il cosiddetto male "interessante", allo stesso modo il predominio del male e della materia sarà chiamato ben presto cordialmente stupido e terribilmente noioso, e stapperà alla memoria del mondo la risata gioviale della rinascita pasquale! In amicizia e con un abbraccio caloroso il Suo Ludwig Rubiner. P.S. Quasi non oso proporglielo. Ma non solo Le farebbe bene, ma sarebbe bello oltre misura se venisse a Locarno non appena la folla si sarà dispersa. Il massimo riposo per Lei, per gli altri una gioia. E, in poche settimane, la signora Gerda si curerebbe i reumatismi in questo clima temperato! Non sarebbe sensato e bello? Il Suo Ludwig Rubiner. Ancora una cosa. Allego questo libro nella speranza che Le procuri qualche ora lieta come le ha procurate a me. Caso unico in letteratura in cui l'"irrealtà" è in gioco in modo rozzamente vigoroso. (la traduzione è mia)

22. Apr. 1918. Egregio amico, (...) Ich springe heute Nachmittag endlich in das Abenteuer meines letzten Aktes. (Schloss, nach beglückendem Empfang Ihres gestrigen Briefes, das Vorhergehende in unaufhaltsamer achtstündiger Sturmarbeit.) Meine Vorbereitung zu diesem letzten Aufgebot meiner Kräfte ist: Ich bat telegraphisch meine Frau herzukommen, und einige Tage bei mir zu bleiben. Anders könnte ich diesen letzten Anfang garnicht fertig bringen. Es ist nun einmal so: Wenn ich vor einem neuen oder endgültigen Ansprung stehe, dann kann mir über die entsetzliche Angst nur meine Frau weghelfen, nur das Gespräch mit ihr, über hundert ganz reale, oder ganz ganz abstrakte Dinge; der innere Mut eines langjährigen Freundes und vertrautesten Kameraden, auch gelegentlich anderer Meinung zu sein, hebt mich; das Unlyrische in ihr lässt mich auf meine dunkelsten Quellen besinnen; ihr Sinn für Humor wie selten bei Frauen! – hilft mir, über die Todesangst hinweg. Kurz, in diesem Moment der entsetzlichen schreckenerfüllten, luftleeren Pause konnte und kann nur sie mir helfen. Quest[a] è la vita. Wenn ich an das denke, was von einem Menschen schliesslich mal übrig bleibt, an die Arbeit, so entdecke ich bei aller nie versiegenden Dankbarkeit gegen die Frauen, mit denen ich je befreundet war, doch nur menschliche (natürlich rede ich nicht von wirklich Verkrüppelten!) und geistige Kuriositätenkrüppel, rechte langhaarige Freaks, Kunst-Klavier = Gefühls = Coitier = Freaks - für mein Leben, das wirkliche Leben, für meine Arbeit keine mit Verständnis, Anregung oder womöglich Hülfe. Garnicht erst an die armen Wesen zu denken, die ich seit meinem Aufenthalt in der Schweiz, kennen gelernt habe, die Ahnungslosen, die sich im besten Fall an ein wenig Kunst ganz teilweise betrinken, und die - ach! - vede, Spur von Wohlwollen mit ihrem hoffnungslosen Schicksal sofort glänzend missverstehen! -

22 apr. 1818. Egregio amico, (...) Questo pomeriggio mi avventuro finalmente nell'ultimo atto. (Castello, dopo aver accolto felicemente la Sua lettera di ieri, l'antecedente in un lavoro tempestoso, senza posa, di otto ore.) Per quest'ultimo dispiegamento di forze, mi sono preparato: ho telegrafato a mia moglie, pregandola di venire qua da me, per alcuni giorni. Altrimenti non sarei per niente in grado di terminare quest'ultimo inizio. Le cose stanno semplicemente così: quando mi accade di dar dentro in un salto nuovo o sto per prendere la rincorsa definitiva, allora solo mia moglie può aiutarmi a superare la paura terribile che mi assale, parlare con lei delle centinaia di cose molto reali o molto, molto astratte; il coraggio interiore di un amico di vecchia data e del compagno più fidato, anche se a volte di opinione diversa, mi tira su; la sua natura diretta mi fa prendere coscienza delle mie origini più oscure; il suo senso dell'umorismo così raro per le donne! - Mi è di conforto per aiutarmi a superare la paura della morte. In breve, nel momento di una pausa terribile, terrifica, sospesa nel vuoto, lei sola mi è stata, e mi è, accanto. Quest[a] è la vita. Se penso a ciò che resta alla fine di un uomo, al lavoro, allora scopro, nella generosità inesauribile verso le donne che mi sono state amiche, solo degli storpi delle curiosità, umani e spirituali, (chiaramente non mi riferisco agli storpi veri!), fricchettoni giusti dai capelli lunghi, arte-pianoforte = sentimento = copula = fricchettoni - nessuno che abbia avuto comprensione per la mia vita, per la vita vera, per il mio lavoro, che mi abbia incoraggiato o possibilmente aiutato. È meglio non pensare ai poveri esseri che ho conosciuto da quando sono venuto ad abitare in Svizzera, gli ignari che nel migliore dei casi, si inebriano con un po' d'arte, del tutto parzialmente, e - ahimè! - vede, fraintendono subito brillantemente, con il loro destino senza speranza, ogni traccia di benevolenza! (...) (la traduzione è mia)

Donnerstag d. 17. IV Muralto-Locarno Villa Rossa Carissimo Amico, Carino! Wäre ich recht briefschreibefähig, so hätte ich längst geschrieben. Ihr gestriger Brief war mir - wie seltsamerweise immer und immer - ein mächtiges Sprungbrett, um aus tiefen Depressionen (die übrigens mich eigentümlicherweise garnicht in der Arbeit stören) zu etwas menschlicheren Empfindungen zu kommen. [Meine Arbeit lässt mich in der Tat das Ende schon sehen. Die grössten, selbstgeschaffenen Schwierigkeiten sind überwunden --- so oder so. Das Ende seh ich, doch ist es noch nicht da. Manchmal recht verzweifelt, dass es mir nicht mehr möglich sein wird, den Abschluss hier zu machen. Doch muss ich mich abfinden. Das Werk wird entweder nach fünfzig Jahren etwa seine Geltung u.[nd] seinen vollen Glanz haben, oder es ist der grösste Dreck, den je einer geschrieben hat.] Was täte ich, wenn ich Sie nicht hätte! Der einzige Trost, der einzige wirkliche Menschenblick unter all den männlichen Kitschgesichtern, unter Tigern oder Affen, die heute die Erde bevölkern. Was täte ich? Ich müsste völlig hilflos umherschreien. Ach, noch nie hat mir jemand so in meinen wichtigsten Angelegenheiten so geholfen wie Sie - mit unmerklichem Rat, Andeutung, Zurückhalten, An treiben - tiefstem Verständnis aus eigenster, kostbarer Erfahrung, die Sie mir einfach - und so gütig - zur Verfügung stellen! (!) Wo ist das schon dagewesen?! ----- Lieder. Zwei Dinge giebt es vor denen ich von früh auf einen natürlichen, fast unüberwindlichen Abscheu hatte und habe: Lieder und Reliefs. Sollten Sie mich bekehren? Ich wäre über diese Bereicherung nur froh! Aber abgesehen von dieser so persönlich = privaten Einstellung: Ich begrüsse, dass Sie den Goetheschen Text komponiert haben. (Der „Schweizer Hugo Wolff“ ist gewiss einer, von den 60 auf ein Schoeck gehen.) (...) Es ist aber schrecklich, wie man dann mit den Gedanken über Selbstmord Zwiesprache hält, als ob der Tote noch lebe und die andere Person wäre. Ich wehre mich ja ausserordentlich gegen diese Zumutung, gebe ihr nur manchmal hypothetisch nach, wenn mir der Ausdruck in der Arbeit stockt und ich retrospektiv alles schlecht finde und mich wertlos. Bin ich mit dieser Arbeit einmal (wann?) fertig und lebe noch, so werde ich dann doch gern etwas Neues schreiben, das garnicht mehr schwebt, sondern ganz und gar auf der Erde steht. Vielleicht schützt das auch etwas gegen das Böse. (…)

Giovedì 17 IV Muralto-Locarno Villa Rossa Carissimo Amico, Carino! Se fossi in grado di scrivere, l'avrei fatto già da tempo. La Sua lettera di ieri è stata per me - stranamente come sempre - una forte spinta per uscire da uno stato di depressione profonda (che per altro, cosa insolita, non mi disturba affatto nel lavoro) e ritornare a provare sensazioni più umane. [Infatti comincio a scorgere la fine del mio lavoro. Le difficoltà maggiori, che mi sono fatto da solo, sono superate --- in un modo o nell'altro. Vedo la fine, ma ancora non c'è. Talvolta dispero di non riuscire a terminare qui. Ma mi devo mettere il cuore in pace. Il dramma, forse, o verrà preso in considerazione e si metterà in luce fra cinquanta anni, oppure è la più grande insulsaggine che sia mai stata mai scritta.] Cosa farei se non avessi Lei! L'unico conforto, l'unico vero sguardo umano tra tutte le facce maschili kitsch, tra tigri o scimmie che oggi popolano la terra. Cosa farei? Urlerei come un forsennato, impotente. Ah, mai nessuno mi è stato così d'aiuto nelle necessità come Lei - impercettibile nel consigliarmi, suggerendomi, con cautela, incoraggiandomi - con la comprensione più profonda nata dall'esperienza più personale e preziosa che Lei mi ha riservato con semplice benevolenza! (!) Ma quando mai si è visto? Canti. Ci sono due cose che ho detestato fin dalla tenera età, e che detesto ancora, in modo naturale e viscerale: canti e rilievi. Potrebbe conventirmi? Un arricchimento di cui sarei felice! Ma a prescindere da questa opinione personale = privata: mi compiaccio con Lei per aver composto il testo goethiano. (Lo "svizzero Hugo Wolff" è sicuramente uno dei 60 che approcciano uno come Schoeck.) (...) È terrificante però come si dialoghi con il pensiero del suicidio, come se il morto vivesse ancora e fosse l'altra persona. Resisto con tutte le forze a questa idea pretenziosa, ci indulgo qualche volta come ipotesi, quando l'espressione mi viene meno nel lavoro e retrospettivamente trovo tutto sbagliato e mi sento inutile. Se un giorno finirò mai questo lavoro (quando?) e sarò ancora vivo, allora vorrò scrivere qualcosa di nuovo, che non sia più sospeso in aria, ma che stia in tutto e per tutto sulla terra. Forse protegge anche un po' contro il male. (...) (la traduzione è mia)

Locarno. Donnerstag, Himmelfahrt 1918 Lieber Verehrter! (...) Ich eile mit Riesenschritten dem Ende meiner Arbeit zu. Dieser letzte Akt, an dem ich nun noch einiges zu tun habe und danach fahre ich gen Zürich - ist mein kühnster. Der schwebt wirklich so zwischen Hölle und äußerster Phantasie, dass mir vor mir etwas bange wird. Ich übersehe schon jetzt im Voraus: Dieses Werk wird mich bei meinen Zeitgenossen weder berühmt noch verachtet machen, sondern mich der Lächerlichkeit preisgeben. Dies sage ich ohne tragische Gebärde, die ich nur komisch fände. (Sogenanntes Verkanntsein giebt es in Wahrheit garnicht.) Ich nehme mir schon jetzt vor, meine folgenden Arbeiten nur als Gelegenheit zu benutzen, gerade dieses ausgelachte Buch in den folgenden Jahren zu Ehren zu bringen. Sein heutiger Erfolg scheint mir unmöglich zu sein, und darum wäre er mir auch gleichgültig. (…)

Locarno. Giovedì dell'Ascensione 1918 Caro stimato! (...) Mi affretto a grandi passi verso la fine del mio lavoro. Quest'ultimo atto a cui devo lavorare ancora un po', dopo di che vado a Zurigo - è il più audace. È sospeso in un certo senso tra l'inferno e la fantasia più sfrenata, e mi incute una certa soggezione. Lo prevedo già ora, in anticipo: quest'opera non mi porterà né la gloria né il disprezzo tra i miei contemporanei, ma mi esporrà al ridicolo. Lo dico senza tragicità che mi sembrerebbe solo assurda. (Il cosiddetto misconoscimento, in realtà, non esiste affatto.) Mi riprometto già adesso di usare i miei lavori successivi solo come possibilità di onorare nei prossimi anni proprio questo libro deriso. Il suo successo odierno mi sembra impossibile e non me ne importerebbe nemmeno. (...) (la traduzione è mia)

Mittwoch. (4.12.1918) Lieber! Zuvor der lieben Frau Gerda einen Gruss, den Gruss eines lange Verschwundenen! Soeben um ½ 6 bin ich mit meinem Drama fertig geworden und habe das Wort: Ende darunter geschrieben. Ein Vorspiel und drei Akte. (Ein sonderbares Vorspiel und drei monströse Akte.) Endlich, endlich hebe ich den Kopf und werde Ihnen wieder in die Augen schauen. Ich möchte gern - morgen Donnerstag abend - zu Ihnen kommen und Ihnen die Hand drücken. Ich komme, wenn Sie mir nicht vorher das Gegenteil schreiben. Meine alte, mir offenbar eingeborene Gewohnheit, Sie nie neben dem Leben her zu sehen, sondern nur, wenn ich recht freudiger Stimmung bin, wird dabei durch manches unterstützt. Vor allem dadurch, dass Ihre beiden Söhne gerecht durch die vergangenen Jahre gekommen sind. Und nun muss ich Ihnen auch sagen, was ich weiss: Was irgend an meiner Arbeit gut ist, verdanke ich Ihnen, Ihrem guten Zureden, Ihrer Teilnahme, und dem Gedanken an Sie. Manches wird vielleicht Ihren Beifall haben, sehr vieles, sehr vieles vielleicht nicht. Ich weiss es nicht. Ich weiss nicht, ob es „gut“ ist, oder ob es das nicht ist. Manches ist mir nicht gelungen. Warum ich Ihnen nun so dankbar bin, das ist keine Floskel, sondern liegt an Folgendem. Als ich, nach einjähriger Arbeit, zum Schluss gekommen war, merkte ich, dass jedes Ihrer Worte, das Sie jemals mit mir über künstlerische Probleme gesprochen haben, aus einer tiefen Erfahrung heraus prophetisch gewesen war. Es ist alles, alles eingetroffen, auch das (Geständnis: Ja, gerade das!), wogegen ich polemisiert habe. Nachträglich noch bitte ich Sie, nur jeden Widerspruch zu verzeihen; er war offenbar die Form, mit deren Hilfe ich mir Ihre Erkenntnisse und Ihren Rat Gestalt in mir werden liess! Sie haben mich dadurch tiefere Zusammenhänge im Menschenleben gelehrt! Und nun lasse ich die Arbeit einen Tag liegen, dann nehme ich in aller Eile die Arbeit der eigenen Abschrift auf. Anfang der nächsten Woche wird es lesbar sein, auch vorlesbar. In Liebe! Ihr Ludwig Rubiner.

Mercoledì. (4 12 1918) Caro! Prima un saluto alla cara signora Gerda, il saluto da parte di uno scomparso da tempo! Poco fa alle 5 e mezzo ho terminato il dramma e sotto ho scritto la parola: fine. Un prologo e tre atti. (Un prologo strambo e tre atti mostruosi.) Finalmente, finalmente sollevo la testa e La guarderò di nuovo negli occhi. Mi piacerebbe venire da Lei - domani giovedì sera - e stringerLe la mano. Vengo, a meno che prima non mi dica di no. La vecchia abitudine che evidentemente mi è innata, di non vederLa mai nella vita di tutti i giorni, ma solo se sono veramente in una disposizione d'animo serena, viene rafforzata anche da altre cose. Soprattutto dal fatto che entrambi i Suoi figli sono cresciuti con probità. Ebbene Le devo anche dire ciò che so: quel che c'è di buono nel mio lavoro, lo devo a Lei, ai Suoi buoni consigli, al Suo interesse e all'averLa nei miei pensieri. Qualcosa otterrà il Suo consenso, molto, molto forse no. Non lo so. Non so se sia "buono" o se non lo sia. Qualcosa non mi è riuscito. Non c'è niente di retorico nella mia gratitudine nei Suoi confronti, ma dipende dal fatto che, quando giunsi alla fine, dopo un anno di lavoro, mi accorsi che ogni parola delle Sue che ci siamo scambiate su problemi artistici, giungeva da una profonda esperienza come una profezia. Tutto, tutto è giusto, anche (confessione: sì, proprio questo!) quello su cui ho polemizzato. In ritardo La prego ancora di perdonare ogni obiezione; mi è stata chiaramente d'aiuto, affinché le Sue conoscenze e i Suoi consigli prendessero forma dentro di me! Grazie a Lei ho tratto l'insegnamento che nella vita umana esistono relazioni profonde! E ora lascio perdere il lavoro per un giorno, poi riprendo in fretta a trascriverlo. All'inizio della settimana prossima sarà leggibile, anche recitabile. Con amore! Il Suo Ludwig Rubiner. (la traduzione è mia)

30. März 1919. In den Tagen um Ihren Geburtstag. Berlin W. 30 Viktoria Luiseplatz 11 IV bei Busoni. Lieber und Verehrter! Welche Freude über die Handschrift Ihres gütigen Briefes! Ihre Idee über die Aufführung des Arlecchino mit den literarischen Teilen ist wunderbar. Sie ist so schön, dass sie auch ohne Zutun Ihrer Freunde durchgeführt würde, wenn man von ihr erfährt. ---- Nichts stünde mir übler an, als vage Reden und Versprechungen zu machen, doch glaube ich mit gutem Gewissen sagen zu dürfen, dass Ihre Freunde – und falls nötig – Leute mit Geld tüchtig dahinter sein werden. Eine solche Aufführung darf aber nur im Kgl. Opernhaus oder, mit den Kräften des Opernhauses bei Reinhardt stattfinden. Es wäre eine wundersame Gelegenheit für den Autor, seinen Einzug in Berlin festlich zu halten. Die Idee dieser Aufführung ist so schön und ernst, dass ich sie für mehr als eine flüchtige Stimmung halte, und dass ich glaube, Ihre (tatsächlich vielen) Freunde können mit Erfolg daran denken, die Verwirklichung dieses Planes durchzusetzen. (Apropos Freunde: H.W. Draber, ehem.[aliger] Musikkritiker, schreibt im Droschenkutscher – u.[nd] Portiersblatt „Morgenpost“ unablässig über die Möglichkeit sich in Mecklenburg und auf Rügen kleine Bauernhäuser mit Schweinen u.[nd] Hühnern zu kaufen. Warum hat der Ärmste zur Grundstücksspekulation erst den unbequemen Umweg über die Musikkritik gebraucht?) Was die Verlagsangelegenheit Ihrer Werke betrifft, gewann ich aus Ihrem Brief den Eindruck, dass ich zu viel auf einmal geschrieben habe. Also, wenn, wann und wie Sie Lust haben. Es ist natürlich eine ernste entscheidungsvolle und für Sie nicht leichthin zu beschliessende Sache. Wie Sie sich denken können, wäre ich über ein „Ja“ in irgend einem der Fälle ungeheuer glücklich. Aber das zählt ja bei einer solchen Entscheidung nicht sehr mit, nur als moralischer Faktor. Ich möchte zu gerne im Verlage K. neu Oehlenschlägers Aladdin erscheinen lassen. Doch habe ich Skrupel: Ich hielt von einem philologisch treuen Abdruck nicht viel, wäre für (unmerkliche) Korrekturen von sprachlich geradezu nicht guten und „ausgerutschten“ Ausdrücken (unmerklich, aber Korrekturen wären es doch!), und ich wäre sogar für Kürzungen!: Nur das wunderbare Werk aufführungsfähig - und aufführungsnötig zu machen. Und zu dieser gelinden „Bearbeitung“ kann ich mich noch nicht ganz entschliessen. Anders wird man es, wie es mir scheint, heute nicht mehr publicieren können. Wie denken Sie über so etwas? Ich denke im Literarischen – wenn es sich nicht um Wesen wie Goethe handelt – eigentlich wie über notwendige musikalische Bearbeitungen. Mein Drama habe ich fast ganz umgearbeitet. Unglaublich gekürzt; es z.[um] B.[eispiel] über mich gewonnen, das Vorspiel und eine andere Scene im letzten Akt ganz zu streichen, und z.[um] T.[eil] die Situationen dermassen ganz zu ändern, dass es an Einfachheit und Schlichtheit vielleicht gewann. Um Ihren Geburtstag – Cortège beneide ich Zürich; in die Aufführung der herrlichen Sarabande – noch habe ich Sie ganz im Ohr – denke ich mich hinein. Diese Zeilen schreibe ich unter der Stimmung der Tage Ihres Geburtstages, und im Geiste (leider!) umarme und küsse ich Sie und Frau Gerda! Ihr dankbar Sie liebender Ludwig Rubiner. Meine Frau leider noch nicht in Berlin.

30 marzo 1919. Alla vigilia del Suo compleanno. Berlino W. 30 Viktoria Luiseplatz 11 IV presso Busoni. Caro e stimato! Che piacere la calligrafia della Sua lettera benevola! La Sua idea sulla rappresentazione dell'Arlecchino con le parti letterarie è stupenda. È talmente bella che, una volta resa nota, verrebbe realizzata anche senza l'intervento dei Suoi amici. Niente mi sembrerebbe più inutile che fare discorsi vaghi e promesse, ma credo di poter dire in tutta coscienza che i Suoi amici - e se necessario - i facoltosi, ci staranno dietro virtuosamente. Per l'esecuzione, però, niente di meno del Teatro dell'Opera Regio oppure dell'Opera diretta da Reinhardt. Sarebbe un'opportunità meravigliosa per l'autore fare il suo ingresso trionfale a Berlino. L'idea di questa rappresentazione è così bella e solenne che, per me, è molto di più di una fugace emozione, e credo che i Suoi amici (in effetti molti) potrebbero seriamente adoperarsi con successo per realizzare questo progetto. (A proposito amici: H.W. Draber, ex critico musicale, scrive senza sosta sul "Morgenpost", giornale dei fiaccherai e dei portieri, sulla possibilità di comprarsi nel Meclenburgo e a Rügen cascine di piccole dimensioni con maiali e polli. Perché il poveretto si è scomodato a passare per la via traversa della critica musicale prima di arrivare alla speculazione edilizia?) Per quanto riguarda la questione editoriale delle Sue opere, ho avuto l'impressione leggendo la Sua lettera, di aver scritto troppo in una volta. Allora, se, quando ha voglia, e in base a quanta voglia ha. Naturalmente si tratta di una faccenda seria, decisiva da ponderare bene. Come ben si può immaginare, sarei strafelice di un "sì" in uno qualunque dei casi. Ma è di poca importanza per una decisione di questo genere, conta solo inteso come fattore morale. Vorrei pubblicare presso la casa editrice K. una nuova edizione di Aladino di Oehlenschläger. Ma ho qualche scrupolo: una ristampa filologicamente fedele non mi pare granché, sarei per correggere (minimamente) quelle espressioni linguisticamente non proprio esatte e "zoppicanti" (correzioni minime ma sempre correzioni sono!) e sarei anche per delle riduzioni!: solo per rendere l'opera meravigliosa eseguibile e bisognevole di essere rappresentata. Non so ancora decidermi a fare questo lieve "adattamento". Altrimenti, oggi non sarà più possibile pubblicarlo, così mi sembra. Che ne pensa? Credo che, come per la musica, anche per la letteratura siano necessari gli adattamenti, a meno che non si tratti di una natura come quella di Goethe. Ho rielaborato quasi tutto il dramma. Incredibilmente ridotto; mi sono deciso per es. a tagliare completamente il prologo e un'altra scena dell'ultimo atto e, in parte, a cambiare le situazioni a tal punto da guadagnarci forse in semplicità e sobrietà. Per il Suo Cortège di compleanno invidio Zurigo; mi immedesimo nella rappresentazione della splendida Sarabande - Lei è ancora nel mio orecchio. Scrivo queste righe con il sentimento dell'avvicinarsi del giorno del Suo compleanno, e in spirito (putroppo!) abbraccio e bacio Lei e la signora Gerda! In gratitudine e amore il Suo Ludwig Rubiner. Purtroppo mia moglie non è ancora a Berlino. (la traduzione è mia)

8. Juli 1919. Carissimo Ferruccio! (…) Endlich – denken Sie: jetzt erst – habe ich mein Drama nach meinem Wunsch fertig, erst heute Abend, wo ich an Sie schreibe. Nun endlich hat es Form, und jetzt erst könnte ich es Ihnen eigentlich zeigen. Kein Barock mehr, keine Wucherung, keine Unklarheit. – Ich schliesse Sie, Freund, in meine Arme. Ihr Ludwig Rubiner.

8 luglio 1919. Carissimo Ferruccio! (...) Finalmente - pensi: solo adesso - ho terminato il dramma come volevo, solo stasera che Le scrivo. Finalmente ha preso forma e soltanto adesso, insomma, potrei farglielo vedere. Più nessun barocco, nessuna esuberanza, nessuna vaghezza. - Amico, La stringo tra le braccia. Il suo Ludwig Rubiner. (la traduzione è mia)

QUELLENHINWEIS: OPAC KALLIOPE, STAATSBIBLIOTHEK-BERLIN.